Hey Leute
In dieser Woche konnten wir uns vor Informationen fast nicht mehr retten.
Zusätzlich zur Sprachschule haben wir nämlich auch Tool+Wheelchair Training bekommen. Bei solch einer Infoflut ist man froh um jede Minute, die man seinem Gehirn zum Verarbeiten gewähren und den Kopf einfach mal auf den Tisch legen kann.
Zusätzlich war eine weitere Distribution vorzubereiten...

Jede Gruppe neuer Kurzzeitler bekommt eine offizielle Einweisung in die Werkzeuge und die Rollstühle, die hier jeden Tag durch unsere Hände gehen. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass ich diese Einführung auch noch bekomme, da sich das für mich allein vor 5,5 Monaten nicht gelohnt hat und ich hoffe dadurch auf eine noch gleichere Ebene mit den neuen Kurzzeitlern zu gelangen. Ich weiß, dass wir niemals auf eine Stufe gestellt werden, doch ich will nicht für den erfahrenen und mehr geachteten Lukas gehalten werden, der ich gar nicht bin.
Ein paar Mitarbeiter haben infrage gestellt, ob das Training für mich noch notwendig sei. Meine Antwort: "Ja". Für mich sind nämlich auch noch einige neue Erkenntnisse dabei. Gerade im Bereich der Metallbearbeitung habe ich fast keine Ahnung.

Außerdem ist hier gar nicht üblich, was man in Deutschland Standard ist. 'Wenn ein Bohrer stumpf ist nimm nen neuen' - heißt es in Deutschland. Hier in Thailand sind Bohrer allerdings sehr teuer, sodass es sich für uns lohnt zu lernen, wie man selbige schärft.

Seitdem ich hier bin ist es schon zweimal vorgekommen, dass wir Rollstühle einpacken mussten bevor wir sie verschickt haben. Darum hat Johannes uns auch nochmal gezeigt, wie man das in richtiger Weise anstellt.
Manche würden das Einpacken mit einer Spinne vergleichen, die ne Fliege einspinnt. Ich muss immer an Brot oder andere Nahrungsmittel denken, die man in Klarsichtfolie einpackt, weil sich die Folie wirklich anfühlt und verhält wie Klarsichtfolie: Klebt am besten an sich selbst und lässt sich ohne Zahnkante oder Messer nur schwer gerade abtrennen. :D

Haltbar machen mussten wir die Stühle für die kommende Distribution, Gott sei dank, nicht. Das wär viel Arbeit geworden... Wir haben nämlich wieder nen Tieflader (bzw. langen Anhänger ohne Verdeck) beladen.
Ist gar nicht einfach so viele Rollstühle in brennender Sonne aufzuladen. Besonders die Stühle mit schwarzem Rahmen, von denen wir mehr als genug haben, heizen sich in kürzester Zeit so stark auf, dass man sie kaum noch anfassen will. Den Schweiß unbeachtet ist es auch gar nicht so einfach, selbst wenn es nur leichte Alu-Stühle sind, die Stühle hoch auf die Ladefläche zu befördern. An die Rädern darf man nicht fassen, da die sich drehen, Fußstützen und Armlehnen ist auch nicht zu trauen, da die in den allermeisten Fällen abnehmbar sind. Das sicherste ist also am Rahmen zu packen, der aber seitlich fast komplett von den Rädern eingenommen/verdeckt ist.

Dennoch haben wir es letztendlich geschafft alles sicher, ohne Verletzte, aufzuladen und festzuspannen. Und obwohl wir so viele Stühle 'los geworden' sind hatten wir immer noch zu wenig Platz für die Stühle in dem Container, der gerade auf dem Weg zu uns ist. Also haben wir kurzerhand beschlossen ein paar der Stühle, die breiter als 20" sind, auf das Dach des Pianobuildings (5. Stock) zu bringen. Dort haben wir eine kleine Lagerfläche für Übergrößen, von denen wir allerdings mehr als genug haben, da Thailänder einfach ncht so 'breit gebaut' ;) sind, wie die Amis oder wir Europäer.

Den Rest der Arbeitswoche ist dann nichts sehr interessantes mehr passiert.
Aber am freitag Abend sind wir bowlen gegangen. Für die neuen Kurzzeitler das erste Mal hier in Thailand.

Die Ergebnisse waren wie immer super durchwachsen. Man hat mal gerockt und mal total abgeloost... Ich habe das Gefühl, das ist Gottes Methode, um jedem den Spielspaß zu behalten und uns gleichzeitig zu zeigen, dass es nicht immer gut gehen kann auch wenn man glaubt die richtige Technik endlich drauf zu haben.

Ich bin sehr dankbar, dass wir trotz des vielen Programms in der Woche zeit Finden etwas gemeinsam zu unternehmen. Hin uns wieder wird es ziemlich spät (und selbst dann gehen manche noch 'Mitternachtskaffee' trinken') aber das ist okay.
Dankbar bin ich auch dafür, dass noch keinem von uns auf den Straßen hier etwas passiert ist. Es gab noch keinen, kleinen oder größeren, Unfall. Trotz teilweise 100 Km/H auf dem Moped haben bisher alle die Kontrolle über ihr Moped behalten können.
Ein dicker Grund zum danken ist auch Gottes wunderbare Versorgung. Körperlich, seelisch und Geistlich bin ich dank euch, der Bibel und dem Hauskreis super versorgt. Ich habe hier eine riesige Freiheit, die viele Freiwillige in ihren Einsätzen nicht haben. Diese Freiheiten genieße ich und weiß sie zu schätzen. Mich frei mit meinem Moped bewegen, meine Zeit frei einteilen und in einem eigenen Zimmer mit gemütlichem Bett, Klimaanlage, warmem Wasser und Strom leben zu dürfen ist für die meisten absolut nicht selbstverständlich (nicht mal für einige Thais).
Beten dürft ihr für die Grippe, die grad rum geht. Einer nach dem anderen (und vor kurzem 3 zugleich) liegt gerade flach mit Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen.
Der freiwilligen mit dem Thai-Spitznamen Chompuu (als Farbe: Pink) geht es zudem jetzt schon seit Wochen nicht wirklich gut...
Ich bitte euch auch dafür zu beten, dass die Stimmung im Projekt wieder ein bisschen besser wird. Ein paar Mitarbeiter stellen, wie schon erwähnt, die Notwendigkeit des Trainings, nicht nur für mich, in Frage. Ständig beschwert sich jemand und es werden Diskussionen begonnen, die zu nichts führen. Allein dicke Luft und schlechtes Arbeitsklima ist das Resultat...
Ich hoffe das beruhigt sich wieder, wenn die Sprachschule vorbei ist und wieder mehr Regelmäßigkeit in den Arbeitsalltag kommt...🙏
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