Hey Leute
Ich kann mich jetzt nicht beschweren, dass ich im Projekt nichts zutun hätte.
Außerdem berichte ich heute davon, wieso Tetris sehr wohl einen Mehrwert bietet, wie einen Kettensägen zur Arbeit motivieren können und wie wir Sonic zu seinem eigenen besten zwingen mussten.
Ich habe mittlerweile ein paar Projekte im Rollstuhlprojekt, die entweder ins Stocken geraten sind, nach hinten verschoben oder ins Stocken geraten worden sind...
Zuerst ist da immer noch das Cornerchair-Project für das uns immer noch das passende Holz fehlt. Mittlerweile nicht mehr, weil wir nicht wüssten, wo wir es her bekommen können, sondern weil sich durch kleine Koruptheiten bezüglich Geld im RICD der Weg verkompliziert hat den man gehen muss, um etwas einkaufen zu dürfen. Das heißt wir müssen jetzt erstmal eine Preiskalkulation machen, begründen, warum das Holz welches wir da haben nicht das richtige ist und zusätzlich sollen wir möglichst auch einen Shop finden, der uns das Holz zum RICD liefert.
Ein anderes Projekt, welches ich gerade zurückstellen muss ist nähen zu lernen. Das Projekt, welches mir dafür gegeben wurde, ist nach Aussage mancher Mitarbeiter der Nähabteilung ein Profi-Job. Damit kann ich also erst weiter machen, wenn jemand mit besseren Näh-Skills zeit findet mich zu unterstützen.
Meine Aufgabe ist es einen gepolsterten Bezug für einen Auto-Kindersitz nach zu machen. Den zu ersetzenden habe ich bereits auseinander genommen und die Einzelteile ersetzt. Das zusammennähen des neuen Polsters ist, was mir Schwierigkeiten bereitet...
Das dritte Projekt hat auch mit Holz zutun. Und zwar gab es wohl eine Zeit, in der wir mit den Rollstühlen sogenannte 'Slidingboards' mitgegeben haben. Das sind letztendlich abgerundete Holzbretter, welche die Patienten mit funktionstüchtigen Armen dazu befähigt sich selbstständig Sitzgelegenheiten zu wechseln. Sie 'sliden' von ihrem Rollstuhl z.B. auf's Bett oder einen Stuhl und zurück. Da uns aber das Massivholz ausgegangen ist kurz bevor ich gekommen bin und sich sämtliches Sperrholz bei der Thailändischen Luftfeuchte früher oder später in seine einzelnen Lagen zerteilt, konnten wir eine Zeit lang keine Boards mehr herstellen. Mittlerweile sind uns alle ausgegangen und wir müssen wieder anfangen zu produzieren. Das würde ich sehr gern übernehmen, aber Massivholz ist hier in Thailand unglücklicher Weise sehr teuer. Darum müssen wir auf Donations (Spenden) hoffen.
| https://www.youtube.com/watch?v=Zh7Ns0PmiL8 |
Im Moment steht bei mir sowieso alles, weil ich an den drei Tagen im Projekt entweder am Training teilnehme, in dem wir Werkstoff und Werkzeugkunde beigebracht bekommen oder LKWs laden/entladen.
Letzte Woche habe ich ja schon von einem Truckloading berichtet bei dem wir anschließend noch Platz gemacht haben indem breite Stühle auf das Pianodeck (5th Floor) gebracht wurden.
Diese Woche haben wir am Montag einen Truck geladen, in dem fast der Platz für alle 120 zu ladenden Stühle nicht ausgereicht hätte.
Nur dank den Tetris-Stapel Künsten von Hannes haben wir gerade so alle Stühle in den, vergleichsweise Winzigen, Laderaum bekommen. Zum Vergleich: Wir hatten schon doppelt so viel Platz für 3/5 der Stühle (etwa 70) und dachten das wär knapp 😆
Für den letzten Stuhl haben wir die Plane auf dem LKW zurückgeschlagen und anschließend mit vereinten Kräften wieder darüber gespannt. Außerdem kann man die rechte Hintertür nicht auf machen ohne vorher ein paar Stühle rausgenommen zu haben, weil die einem sonst entgegenkommen...
| Wir haben wirklich jeden Zentimeter genutzt |
Zwischendurch wurden immer wieder Stimmen laut, dass man doch die Stühle wieder raus holen und einen größeren LKW bestellen solle. Doch das war kaum eine Möglichkeit, weil wir den Platz unbedingt brauchten, um die Stühle unterzubringen, die am Freitag ankommen sollten.
Als wir Freitag morgen beim RICD angekommen sind war der Container schon da. Genau so, wie ein paar Arbeiter, die direkt neben dem Warehouse (ca 5-10 Meter weiter) Bäume 'gefällt' haben. Sie haben diese aber nicht gefällt, wie das bei uns im Hauberg gang und gebe ist.
Sondern sie haben ein Gerüst aufgebaut und jeden Baum einzeln von oben her in Meters-stücken runter geschnitten.
Auf diese Weise haben sie fast so lang gesägt, gestapelt, geschleppt und aufgeräumt, wie wir mit dem Ausladen, Aufnehmen und Einsortieren der Rollstühle gebraucht haben. Das bedeutet ich hatte den ganzen Tag süßen Duft, zusammengesetzt aus frisch gesägter Holzspäne und verbranntem Benzin, in der Nase und den befriedigenden Gesang der Motorsäge in den Ohren. Mit diesem kleinen Stückchen Sejjerlänner Heimad war ich beim Rollstuhl checken und Whitetag schreiben entspannt und motiviert wie nie. 💪😉
Zur Feier des Tages (wir wahren sehr schnell) und weil es schon so eine Art Tradition geworden ist, waren wir an dem selben Abend noch Burger essen. Den vermutlich besten Burger in ganz Chiang Mai. :D
Und dann war da auch noch der Waschtag... Wie immer nach zwei Wochen. Nur war es erst der zweite.
Keine Angst. Ich Dusche hier spätestens jeden Morgen (ist auch nötig bei dieser feuchten Hitze).
Aber Sonic muss sich jedes Mal sehr überwinden.
Da es erst der zweite Badetag war hatte sich noch nicht viele Möglichkeiten sich darauf einzustellen.
Ständig hat Sonic versucht aus der Schüssel zu klettern, doch vor diesem Bad konnte sie nicht entfliehen. Mit Vorsicht und orangener Zahnbürste wurde aller Dreck und jeder ausgefallene Stachel aus ihrer Frisur gebürstet.
Wir haben extra warmes Wasser genommen. Dennoch hat Sonic gezittert... Oder hat sie Schnappatmung? Jedenfalls wurde sie erst ruhiger, als sie umgeben von Stoff auf Micha's Schoss verarbeiten konnte, was gerade mit ihr passiert ist.
Dankbar bin ich diese Woche für das immer passende Wetter. Es hat diese Woche immer nur geregnet, wenn ich nicht mit dem Moped fahren musste oder während wir im Haus bzw. einer Mall waren. Zwei mal hat es gewittert und beide male hat es in der Umgebung mächtig eingeschlagen, doch beide male ist das Gewitter um Chiang Mai herum gezogen.
Dankbar bin ich auch für den Luxus, den ich hier im Gegensatz zu Freiwilligen in anderen Einsatzländern genießen darf. Ich habe mein eigenes Zimmer, mit eigenem Bad und eine Maeban (welche uns von Janzens vorgeschrieben wurde), die regelmäßig das Haus grob durchputzt.
Außerdem bin ich dankbar, dass Gott bei mir ist. Er muss nicht erst zu mir fliegen, nachdem er alle anderen Kinder seiner Familie besucht hat. Er muss sich auch nicht aufteilen, so dass jeder nur einen Teil von ihm hat. Er ist jederzeit vollkommen da für jeden, der ihn anruft. Ich spüre seinen Segen und seine Führung hier jeden Tag. Nicht zuletzt auch durch euch, die ihr mir mit Rat und Tat zur Seite steht und mich, ohne Gegenleistung zu erwarten, unterstützt.
Zu schaffen macht mir hier in Thailand gerade am meisten das Zeitmanagement kombiniert mit schlechter Kommunikation. Vor kurzem haben wir zum Beispiel als Kurzzeitler geplant Samstag nachmittags wandern zu gehen. Am Samstag morgen wurde uns allerdings kommuniziert dass wir am kleinen Jungshaus zu arbeiten haben. Das hat uns die ganze Tagesplanung durcheinander geschmissen und wir konnten nicht mehr auf den Doi Sutep wandern, obwohl die ganze Zeit gesagt wurde, dass das noch möglich sein würde.
Alle Kurzzeitler sind mittlerweile wieder gesund bis auf Chomphuu. Sie ist weiterhin permanent nicht ganz auf der Höhe. Schlappheit, Müdigkeit... Sie kommt mit zur Sprachschule und im Projekt hat sie im Moment genug zu tun mit der neuen Internetseite, aber Körperliche Arbeit oder Abendliche Ausflüge scheinen nicht möglich zu sein.
Zusätzlich scheint die dicke Luft im Projekt noch dicker zu werden.









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