Hey Leute
Ein paar interessante Tage liegen hinter mir.
Heute werde ich kurz auf meine Erlebnisse rund um Songkran eingehen und von unseren Vorbereitungen auf Ostern berichten.
Offizieller Start der Wasserspiele zu Songkran war Samstag der 13.04.2019. Doch wie zum deutschen Neujahr konnten sich schon am Freitag manche nicht zurückhalten Wasser in Richtung Passanten zu schleudern.
Darauf war ich nicht vorbereitet...
Gott sei Dank waren die feiernden Thais an dem Tag noch Gnädig mit Fußgängern, die einfach nur durch wollten und nicht aussahen, als wären sie bereit nass zu werden. Darum habe ich kurzerhand mein Moped abgestellt, alles Wasserfest verpackt und die Gelegenheit genutzt, um schonmal Bilder zu machen.
Mit Wasserbehältern/Schläuchen an der Straße oder bis auf die Zähne bewaffnet mit Kanister auf dem Rücken auf Streifzug durch die Einkaufspassagen...
Wenn man nicht deutlich gemacht hat, dass man trocken bleiben möchte war man nirgendwo sicher.
Das galt aber nur für den Freitag. Wer Samstag, Sonntag oder Montag (den eigentlichen Songkran-Feiertagen) das Haus verlassen hat war besser darauf vorbereitet jeden Quadratzentimeter des Körpers, der Kleidung und des Rucksacks mit eiskaltem Wasser übergossen zu bekommen.
Auf den zentralen Straßen Chiang Mais sah es nämlich ungefähr so aus:
Dank der Erfahrung von Johannes konnten wir uns auch entsprechend vorbereiten. Mit jeder Menge Wasserpistolen, Schöpfkellen/Eimerchen, Wasserbottichen und zwei PickUps haben wir uns auf den Weg zum Zentrum Chiang Mais gemacht.
Das rechteckige Stadtzentrum ist umrahmt mit einem Wassergraben. Darum waren die Straßen am Graben quasi der Hotspot der Wasserspiele.
Wir haben uns das auch zu Nutze gemacht und Eimer an Seilen mitgebracht. Damit konnten wir dann quasi jeder Zeit die großen Regentonnen, die wir uns auf die Ladeflächen der PickUps festgespannt hatten, wieder auffüllen.
Das Wasser war allerdings nicht das sauberste. In dem Wassergraben hat man die unterschiedlichsten Dinge herumschwimmen sehen (auch einen toten Fisch haben wir entdeckt). Nachdem ich eine volle Ladung beschleunigtes Wasser ins Ohr bekommen hatte, habe ich über dieses nur noch sehr dumpf meine Umgebung wahrnehmen können.
Zuerst dachte ich es wär halt noch Wasser drin. Doch als sich mein Hörvermögen am nächsten Morgen nicht verbessert hatte, habe ich mich in der Fahrerkabine des PickUps mitnehmen lassen. Bis wir beim Arzt angekommen waren habe ich ein paar Bilder aus den trockenen Innenraum schießen können.
Von der befürchteten Entzündung hat der Arzt Gott sei Dank nichts gefunden. Stattdessen hat er mit einem kleinen Saugrüssel den Dreck von meinem Trommelfell entfernt und mir empfohlen das Ohr 3 Tage lang trocken zu halten... Also keine Wasserspiele mehr für mich.
Aber das fand ich gar nicht zu schade. Im Gegenteil. Ich hatte alle Positionen einmal erlebt: Als Außenstehender zuschauend, mitten im Gewusel Wasserwerfend und aus dem trockenen heraus Fotos machend. Es gab also nichts wirklich neues mehr für mich.
Darum habe ich das zweite meiner beiden traditionellen Thai-Outfits halt am Sonntag zum Gottesdienst getragen.

Außerdem hat Mae Puk mit mir Kao Soi gekocht, während die anderen am Montag nochmal die letzte Chance zum Wasserspielen genutzt haben.
Ich würde nicht sagen, dass ich jetzt perfekt Kao Soi kochen kann, aber es hat mir sehr geholfen zu verstehen, wie dieses leckere Essen aus Nord-Thailand zubereitet werden muss.
Am Freitag hatten wir dann am RICD die Dàm Hua Zeremonie. Ich fand es wirklich interessant zu sehen, wie Songkran ursprünglich ausgesehen haben muss.
Ähnlich, wie ich mir das vorgestellt habe (nur mehr, als ich dachte) saßen vorne auf der Bühne die obersten des RICD.
Nach einer langen Zeremonie (von der ich leider kein Wort verstanden habe) hat sich jeder ein kleines Silberschälchen mit duftendem Wasser genommen und ist vor den Obersten entlang gelaufen. Vor jeder Person hat man angehalten, hat sich hingekniet, den Kopf geneigt und sich segnen lassen. Manche der hohen Personen konnten englisch sprechen und haben ihren Segenswunsch dann sogar auf englisch ausgesprochen. Notwendig wäre das nicht gewesen, doch damit haben sie uns gegenüber besonderen Respekt bewiesen.
Während sie ihren Segen gesprochen haben kam das Schälchen mit dem duftenden Wasser zum Einsatz. In dieses haben die segnenden nämlich dann die Finger gehalten und den zu segnenden damit besprengt.
Wenn man dann fertig war und von jedem seinen Segen erhalten hatte ist man mit dem Schälchen zurück zum Anfang gegangen, wo eine kleine Buddha-Statue aufgebaut war. Wir Kurzzeitler haben diese gekonnt ignoriert. Doch die frommen Thais sind mit ihrem Schälchen zu dieser Statue gegangen und haben ihr Wasser über diese ausgegossen.
Mich hat erstaunt, wie lustig und locker das alles von Statten ging. Ich hatte mir vorgestellt, dass eine Ehrfurcht oder ein besonders großer Respekt herrschen würde.
Doch die Veranstaltung war sehr locker, routiniert,...
Besonders ehrfürchtig und ruhig war dagegen der Karfreitagsgottesdienst gestern nachmittag. In einem fast gänzlich abgedunkelten Raum haben wir uns diesmal versammelt.
7 Stationen waren dort aufgebaut. Sieben Schritte von Jesu Leidensweg jeweils mit einem Bild visualisiert während man über dessen Bedeutung nachgedacht oder eine kleine Aufgabe erledigt hat. An einer Station konnte man sich zum Beispiel ein kleines Holzstückchen nehmen, darauf den Namen einer Person schreiben, der man konkret helfen möchte eine Last zu tragen und sich dieses zur Erinnerung in die Hosentasche stecken.
Zu jedem Bild gab es eine kurze Beschreibung, die Bibelstelle dazu und die hypothetischen Überlegungen einer bestimmten Person, die teil dieser Szene war. So konnte man sich sehr konkret in die damalige Lage hineinversetzen...
Anschließend an den Gottesdienst haben Dorothee und ich uns bei Janzens zum Eier färben getroffen. Diese Tradition mussten wir einfach hoch halten. Egal wo auf der Welt, egal unter welchen Umständen. Zu Ostern werden Eier gefärbt...
Morgen werden wir dann ein Osterfrühstück mit Gottesdienst haben... Im Freien... und das kurz nach dem Start der Regenzeit.
Heute hatten wir den ersten Sturm.
- überflutete Straßen
- Flugzeuge, die wieder durchstarten mussten
- Dreck und Wasser in der Küche, weil unsere 'Fenster' nur Lüftungsschlitze sind
Und das obwohl das Unwetter nur etwa 15 Minuten lang getobt hat.
Jetzt muss ich runter und beim Aufräumen helfen...
Ich bin dankbar dafür, dass heute im Sturm niemandem von uns etwas passiert ist. Einige von uns waren nämlich zu der Zeit mit Mopeds unterwegs.
Dankbar für den bedächtigen und ruhigen Karfreitagsgottesdienst. Außerdem, dass wir so viel Spaß beim Eierfärben hatten.
Und dankbar für das stabile Haus, in dem wir hier leben dürfen. Es ist vielleicht nicht ganz dicht, aber der Sturm konnte der Stabilität des Hauses nichts an haben.
Bitte betet dafür, dass das Osterfrühstück morgen nicht ins Wasser fällt. Dass wir in Frieden draußen feiern können.
Betet auch weiter für mein Gedankenchaos rund um Deutschland. Auch wenn ich mir um viele der Fragen und Unklarheiten jetzt noch keinen Kopf zu machen brauche, tauchen sie immer wieder auf und nehmen mir Konzentration und Energie, die ich hier in Thailand noch investieren könnte...
Danke für eure liebe und großzügige Unterstützung.
Ein frohes Osterfest wünsche ich euch und Gottes reichen Segen.




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