Freitag, 12. April 2019

Ausblick: Songkran

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Hey Leute
Heute ist der 12.04.2019...
Während man sich in Deutschland konkrete Gedanken zu Osterfeiern macht freut man sich hier in Thailand auf die Neujahrsfeier 'Songkran'.
In diesem Eintrag werde ich meine im Vorhinein gesammelten Informationen/Eindrücke über dieses Fest mit euch teilen und im nächsten Eintrag von meinen Erfahrungen erzählen.




Das Wort Songkran leitet sich von einem Fachbegriff ab, der den Eintritt der Sonne in das Sternbild 'Widder' beschreibt. Nach dem thailändischen Kalender bedeutet dies den Beginn eines neuen Jahres.
Dieser Start von etwas neuem wird heutzutage mit einer großen Wasserschlacht gefeiert.

Mit PickUps und Wassereimern oder zufuß und mit Wasserpistolen zieht man durch die Stadt, um den Menschen das Babypuder vom Leib zu waschen. Ja, einige Thais bepudern sich scheinbar im Vorhinein, um die Reinwaschung, die durch das Wasser geschehen soll, zu verdeutlichen.

Ich habe noch nicht ganz verstanden, wovon sich fromme (buddhistisch) Thais durch das Wasser reingewaschen sehen. Meine Vermutung ist, dass sie Dinge, die ihnen andere übel nehmen, schlechte Taten, die sie nicht auf dem Schirm haben und andere Taten, die ihnen die Geister vorhalten, und damit schlechtes Karma, weggewaschen bekommen.

Der Ursprung liegt wohl darin, dass man zum neuen Jahr einen buddhistischen Mönch aufsuchen konnte. Dieser hat dann ein Gefäß 'geheiligtes' Wasser über einen gegossen und somit die Waschung vollführt. Über die Jahre und Jahrzehnte ist das dann offenbar zu dieser Wasserschlacht geworden, die für viele Thais nur noch den Beginn des neuen Jahres und mehr oder weniger die Regenzeit einläutet.

Nicht lang nach Songkran (so habe ich es ja auch letztes Jahr erlebt, als ich kurz nach Songkran angekommen bin) fängt es nämlich meist schon an zu regnen. Dann kommt zuerst mal die Zeit in der es jeden Tag einen kurzen, kräftigen Regenschauer gibt. Irgendwann wird es dann auch Zeiten geben in denen es 3 Tage leichteren aber dafür fast ununterbrochenen Regen gibt.

Doch zurück zu Songkran und seinen Riten. Wenn ich das richtig verstanden habe bleibt nämlich kaum ein traditioneller Thai in der Stadt, in der er sich angesiedelt hat, vorausgesetzt er/sie kommt aus einem Außenbezirk, sonder fährt raus zu seiner Familie. Dort wird dann mit der Großfamilie gefeiert.

Außerdem findet dort dann auch eine Zeremonie statt, die etwa 'dàm hua' ausgesprochen wird. Wörtlich übersetzt bedeutet das 'schwarzer Kopf'. Bei dieser Zeremonie setzen sich die Familienoberhäupter auf Stühle (oder ähnlich erhöht) der Rest der Familie wie Kinder, Schwieger-kinder, Enkel, ... rutscht auf Knien vor jeden Stuhl und beugen ihren Kopf unter den des Vaters, Großvaters, ...  Das ist eine große Respekterweisung.
Während sie vor ihren Verwandten knien bitten sie diese um Vergebung für alles, was sie im letzten Jahr falsch gemacht haben. "Sollte ich dich im vergangenen Jahr irgendwie verärgert haben, bitte ich dich jetzt dafür um Vergebung" - So oder so ähnlich werden sie dann auf Knien, vorgebeugt und mit dem Wai vor dem Gesicht oder der Stirn bitten.

Der Wai ist das nationale Zeichen von Respekt und wird, mit beiden Handflächen flach aneinander, vor dem Körper geformt. Wie hoch man den Wai hält ist abhängig von der Größe des Statusunterschiedes zwischen den beiden Menschen. Man hält die Hände beim Wai vor der Brust, vor dem Kinn, vor dem Gesicht, vor der Stirn und gegenüber dem König sogar über dem Kopf (aber dennoch vor dem Körper).
Grundsätzlich gilt, je höher man den Wai hält, desto größer ist der Respekt, den man seinem Gegenüber zollt.

Im Alltag, gegenüber anderen Bürgern hält man den Wai in der Regel auf Höhe der Nase oder des Kinns und senkt den Kopf dabei in wenig.
Gegenüber einem hochrangigen Beamten hält man den Wai mindestens auf Höhe der Nase und neigt seinen Kopf deutlich, fast ansetzend zu einer Verbeugung.
Dass man den Wai unterhalb des Gesichts hält ist selten. Das darf im Grunde nur der König, oder einer seiner ersten Offiziere, gegenüber eines durchschnittlichen Bürgers falls persönlicher Kontakt überhaupt stattfindet...


Ich schweife ab...
Songkran in einem kurzen Blogeintrag festzuhalten ist ein Ding der Unmöglichkeit. Unser Mentor Johannes, der quasi in Thailand aufgewachsen ist, da seine Eltern Missionare in Burma waren, hat gesagt, dass dieses Fest für die Thais unglaublich Vielfältige Bedeutungen hat. Er fragt jede Jahr ein paar Thais, was sie mit Songkran verbinden, was da genau passiert. Nach seiner Aussage hat er noch nie eine Antwort zweimal bekommen. Ähnlichkeiten seien schon in den Aussagen, doch immer sei ein anderer/neuer Aspekt dabei, der ihn wieder anders auf Songkran schauen lässt.

Daher bin ich sehr gespannt, wie ich die kommenden Tage (12.04. bis 16.04.) erleben werde. Und auch unser RICD internes 'dàm hua'. Wir werden nämlich auch auf Knien vor jedes RICD Oberhaupt kommen, für eventuelle Unannehmlichkeiten um Vergebung bitten und dafür danken, dass die Person mir den Aufenthalt, die Arbeit und die Verpflegung auf der Arbeit ermöglicht.



  Ich bin dankbar diese Plattform zu haben, auf der ich meine Gedanken und Erlebnisse verarbeiten und festhalten kann. Zusätzlich kann ich euch dadurch auf dem laufenden halten, damit ich zumindest kein totaler Fremder für euch bin, wenn ich zurück nach Deutschland komme. Klar, einige Veränderungen lassen sich über den Blog nicht vermitteln, aber ein großes Bild hoffe ich doch rüberbringen zu können.
    Dankbar bin ich auch für jeden einzelnen, der diesen Blog liest und bis zu Ende dran bleibt, um auch meine Gebetsanliegen zu lesen. Ich bin euch und Gott mega dankbar, dass es euch gibt, die für mich beten, meinen Einsatz vor Gott bringen, mir helfen Probleme zu lösen und mich unglaublich großzügig unterstützen.
    Dankbar bin ich in dem Zuge auch für die Bewahrung, die Gott geschenkt hat bei dem Unfall, in den ich vor kurzem wieder verwickelt worden bin. Mir ist, Gott allein sei Dank, mal wieder nichts passiert. Mich hat keine Schuld getroffen, wodurch die Verhandlungen und alles demokratische am Tag nach dem Unfall schon geklärt war.

  In dem Zuge dürft ihr weiter an die wilden Bedingungen und Fahrmanöver auf Chiang Mais Straßen denken. Dafür beten, dass wir Kurzzeitler jeden Tag neu bewahrt werden und Unfälle (die man oft nicht vermeiden kann) weiter so gut enden, wie das bisher Gott sei dank der Fall war.
    Des weiteren dürft ihr gern beten, dass wir Songkran genießen und feiern können, dabei aber nicht vergessen, dass JAHWE allein unser Herr und König ist. Dass wir die 'Waschung' nicht benötigen, um von bösen Taten frei zu werden. Jesus allein ist ausschlaggebend für die Vergebung unserer Sünden. Betet, dass wir Songkran als lustige Wasserschlacht mitmachen können und dabei von schlechten Einflüssen bewahrt bleiben.
    Und betet bitte auch weiter für den Zusammenhalt zwischen uns Kurzzeitlern. Es sind zwar jetzt nur noch 2 Monate bis wir DMG-Jungs uns auf den Rückweg machen, doch das heißt nicht, dass wir uns in der Zeit nicht noch zerstreiten könnten. Betet also dafür, dass wir weiter im Kontakt und Gespräch bleiben. Dass Uneinigkeiten ausgesprochen und Differenzen stehengelassen werden können.

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