Sonntag, 29. Juli 2018

Meine dritte Distribution: Hat Yai


Hey Leute
Dankeschön für euer konstruktives Feedback.
Falls du noch nichts geschrieben hast: Es ist nie zu spät und ich freue mich über jeden Kommentar und jede Art von Feedback.

Heute geht es um die letzte Distribution von, der wir am Donnerstag wiedergekommen sind. Warum wir fast den Flieger zurück nach Chiang Mai verpasst hätten und

Von Dienstag dem 24. bis Donnerstag den 26.07. waren wir erneut auf Distribution.
Es ging wieder in den schönen Süden Thailands. Nahe Hat Yai in Songkhla haben uns diesmal 68 Patients besucht.



Vom Hotel (Pin) bis zur 'Einsatzstelle' in Songkhla haben wir etwa eine Stunde Fahrt im Van gebraucht. Normalerweise ist, speziell in solchen Fällen, der LKW dann schon für uns entladen worden und wir müssen die Rollstühle nur noch sortieren, bevor der erste Schwung Patienten ankommt. Doch dieses mal war alles etwas chaotischer. Uns wurde zwar beim Entladen geholfen, aber als alles ausgeladen und sortiert war, warteten die ersten Patienten bereits.


Hauptsächlich Kinder und körperlich kleine Patienten hatten wir am ersten Tag. Beide 'Patientengruppen' brauchen tendenziell mehr Zeit für das Fitting und müssen oft mit größerer Vorsicht behandelt werden. Es kam uns also ganz gelegen, dass von der Sorte nur 17 Patienten gekommen sind. So waren wir in der Lage alle zu bedienen und mussten niemanden auf den nächsten Tag vertrösten.
Arbeit mit Kindern bedeutet auch mit den Emotionen zu arbeiten. Ein paar von uns bekommen es super hin die Kinder immer zum Lächeln zu bringen...


Aber manche Kinder wollen sich einfach nicht beruhigen lassen. Wie dieser kleine hier.


Auf dem Arm seiner Mutter war die Welt vollkommen in Ordnung und alles super und lustig. Doch egal in welchen Stuhl wir ihn gesetzt und wie bequem wir es ihm gemacht haben, er wollte nicht aufhören zu weinen. Selbst wenn er mal aufgehört hat zu weinen war das Geschrei wieder groß, wenn ihn eine fremde Person angeschaut hat.

Es gab aber auch ganz (un)komplizierte Kinder.


Dieser kleine Siebenschläfer war zwar ruhig und unkompliziert, doch weil er einen Standingchair (Rollstuhl, in dem man steht) bekommen sollte brauchten wir ihn wach, um seine Körperspannung und Fähigkeit zu stehen testen zu können. Wenn wir etwas an dem Stuhl eingestellt haben ist er eingeschlafen. Dann mussten wir ihn aufwecken, um zu schauen, ob und was wir noch verstellen müssen. Während wir das gemacht haben ist er wieder eingeschlafen...


Da wir nur etwa 60-70Km von der Grenze zum muslimisch geprägten Malaysia gearbeitet haben war es wenig verwunderlich, dass auch Muslime mit ihren Kindern gekommen sind. Allerdings wusste ich nicht, dass ich als Mann die muslimischen Frauen und vor allem Mädchen nicht anfassen darf (und sogar nur sehr ungern für medizinische zwecke). Gott sei Dank hat Cece (eine Amerikanerin aus unserem Team) gesehen, dass ich im Begriff war ein muslimisches Mädchen in ihren neuen Rollstuhl zu helfen und hat mich 'abgelöst' und aufgeklärt.
Sie durfte also nur von Frauen behandelt werden

Nachdem wir ihren Rollstuhl fertig angepasst haben gab es ein wenig 'pad krapao moo' und 3 weitere Stunden Arbeit.


In denen haben wir eine akzeptable Lösung für unseren Schreihals gefunden


und einen unserer kleinsten Rollstühle angepasst. Leider konnte man die Fußstütze nicht weiter nach oben verstellen, aber eine Holzplatte mit 3 inch Schaumstoff, gecovert mit Vinol (schwarzes Kunstleder) erfüllt auch seinen Zweck.


Nachdem wir die Arbeit beendet und alles aufgeräumt und abgeschlossen hatten, sind wir noch mit ein paar einheimischen auf 'Sightseeing' gefahren.
Unsere Tour ging zuerst (wie auf allen anderen Distributions bisher auch) zu einem Buddhistischen Tempel. Die können zu meiner Verwunderung komplett unterschiedlich aussehen. Einmal war es ein Pyramidenförmiges Mal, wovor man anbeten konnte, dann waren wir einmal in einem großen Gebäude, das wie eine 4-Seitige Pyramide mit rundum-Balkonen in die Höhe ragte...
Doch diesmal war es eine riesige Statue mit diesen signifikanten Haaren und angedeuteter Mönchskleidung, die am Ende einer großen Rasenfläche lag, die mit 3köpfigen Elefanten und anderen Buddhistischen Zeichen und Malen 'geschmückt' war.
3 von 3 Bildern: das erste, letzte und einzige
Anschließend haben wir Halt in einer Bucht gemacht, in der, vermutlich mit Hilfe von sog. Reusen, Fisch und ähnliche Wasserlebewesen gefangen wurden.


Vermutlich wurden dort, oder nicht weit entfernt, auch Muscheln gezüchtet. Denn unser nächster Stopp war ein Restaurant, in dem lokal gezüchtete Muscheln serviert wurden. Dort haben wir Kokoswasser aus frischen Kokosnüssen oder ein anderes Getränk unserer Wahl getrunken und eine 'Kleinigkeit' gegessen. Außerdem sollten wir alle (auch wenn manche sich erfolgreich gewehrt haben) eine Auster probieren.


Ich kann mir übrigens leckereres vorstellen...

Unser letzter Halt vor dem Hotel war ein kleiner Markt, der allerdings nicht viel anders aussah, als andere, die man auch aus Chiang Mai und Umgebung kennt, aber dieser hatte ein viel größeres Angebot an Meeresfrüchten. (irgendwie logisch, wenn man näher am Meer ist)


Nach einem typisch Süd-Thailändischen Buffet in einem Karaokelokal


und deftigem Frühstück ging es zurück zur Einsatzstelle.
Der zweite Tag war wesentlich hektischer, als der erste. Denn obwohl wir fast ausschließlich erwachsene Patienten hatten, die wir teilweise in 5min behandeln können, macht es wohl einen Unterschied, ob man 17 oder 51 Patienten hat. Außerdem fand an dem Tag parallel eine Zeremonie statt und wir mussten bis 14 Uhr alles fertig, aufgeräumt und verpackt haben, um uns schon wieder zurück auf den Weg zum Flughafen zu machen.


Der größte Störfaktor der Zeremonie war vermutlich, dass überall Menschen waren. Rollstühle von A nach B zu transportieren, Patienten in dem Gewühl zu finden und sein eigenes Wort verstehen ist ziemlich schwer, wenn so viele Menschen durcheinander reden und zusätzlich von vorne was durchs Mikrophon gesagt wird. Außerdem gab es bestimmt eine halbe Stunde, in der Dr. Samais (Mitbegründer und eins der höchsten Tiere im RICD) etwas gesagt hat. Während der ganzen Zeit mussten alle vom WCP hinter ihm stehen, damit Fotos von uns mit ihm gemacht werden konnten. (diesen Moment habe ich dann auch genutzt, um ein paar der wenigen Bilder diesen Tages zu schießen)
Dr. Samais (am Mikrophon), Khun Oam (Leiterin des WCP, in Grün direkt vor ihm)
Das WCP-Team (ganz rechts im Bild)
Viel mehr, als dass es zeitlich ziemlich knapp geworden ist gibt es über den zweiten Tag leider nicht zu sagen...
Jedenfalls scheint es egal zu sein,ob man Buddhistischer oder Muslimischer Thai ist: Thai ist Thai, und Thais lieben es Fotos mit Farangs (also hellhäutigen Ausländern) zu machen. Darum hat es auch niemanden verwundert, als wir auf dem Weg zum Van richtung Flughafen noch vereinzelt aufgehalten wurden, damit Selfies geschossen werden konnten.


Ein paar Minuten vor Check-in schluss sind wir dann am Flughafen angekommen. Wir mussten zwar das Werkzeug in unseren Boxen etwas umschichten, damit keine Box mehr, als 30Kg gewogen hat, aber diesmal hatten wir kein Übergewicht.


Nachdem wir wieder heil in Chiang Mai gelandet sind und ich zurück in meinem Zimmer zur Ruhe gekommen bin, bin ich sehr nachdenklich geworden.
Es ist schon krass, was heutzutage möglich ist.
Nicht, dass ich schon über 8000Km von Zuhause in einem fernen Land mit komplett anderer Kultur, Zeitlage (Zeitzone) und Mentalität bin 'nur' um fremden Menschen zu helfen. Wir fliegen auch mal eben für 2 Tage ans andere Ende des Landes und entspannen am selben Abend eines anstrengenden Arbeitstages im Süden schon wieder in unseren Nord-Thailändischen Betten...

Ich bin mega dankbar für die Organisationen und jeden einzelnen Freiwilligen, der sich für das Reich Gottes gebrauchen lässt.
Ich bin dankbar, dass Gott mich hier so gut gebrauchen kann und an diesen Platz gestellt hat.
Und ich bin super Dankbar, dass Stefan und ich auf dieser Distribution richtig gut zueinander gefunden haben. Wir verstehen uns jetzt sehr gut und er wird bald mit mir hier im großen Haus Wohnen.

Bitten möchte ich euch für gute Zusammenarbeit im Team zu beten. Seit kurzem ist ein Mitarbeiter wieder da, der fast immer für Chaos sorgt. Wenn er da ist gibt es im Projekt zwei Dickköpfe, die unterschiedlichste Meinung haben und immer Recht behalten müssen. Beiden unterstellt zu sein kann sehr anstrengend sein und macht viele unserer Mitarbeiter ignorant, zumindest gegenüber einem der beiden, und wütend. Das breitet sich dann oft auf das ganze Miteinander aus und das macht die Gesamtsituation dann noch unangenehmer.













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