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| Diese Frau war so liebenswürdig uns ihre Hütte für zwei Nächte zu überlassen. |
Meine letzten Tage waren recht entspannt und nicht sehr spannend. Darum hol ich jetzt den versprochenen Bericht über unseren Ausflug in das Bergdorf nach.
Von Mi den 27.12. bis Sa den 29.12.2018 war ich eingeladen mit 22 Mitgliedern der City Gate Church (Thai-Gemeinde) in das Bergdorf 'Hui Thattop' zu fahren. Dort wollten wir die, vom Pastor der CGC gegründete, Tochtergemeinde besuchen. Jedes Jahr findet ein Ausflug zu diesem Dorf statt, dessen Bewohner den 'Karén Bòo' angehören.
Die Karén-Völker haben ihre eigene Sprache, was es selbst für die Thais aus unserer Gruppe schwer gemacht hat direkt mit ihnen zu kommunizieren. Es gab aber ein paar Männer im Dorf, die auch Thai konnten und die Kinder haben auch mittlerweile die Möglichkeit in eine Schule zu gehen.
Die ist zwar nicht mit dem Standard deutscher Schulen zu messen, aber sie lernen dort Thai und haben dadurch automatisch mehr/bessere Chancen, falls sie sich später entscheiden sollten in der Stadt ihr Glück zu finden.
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| Thai-Predigt übersetzt auf Karén |
Donnerstag: Tag 1 Anfahrt und Charoling
Mit dem nötigsten im Rucksack (Kleidung, deutsche Bomchen, Schlafsack) bin ich zum Treffpunkt vor dem Gemeindehaus gefahren.
Um 8:30 Uhr wollten alle dort sein... Typisch Thai sind die letzten gegen 9:15 Uhr eingetroffen, sodass wir uns mit 3 PichUps und einem Songthaew um 9:30 Uhr, nach einer intensiven Gebetsrunde, losgefahren sind.
Minimum 4h Weg lagen vor uns. Es sind allerdings fast 6 geworden. Diese Zeit haben Jojo und ich auf der Ladefläche des silbernen PickUps vom Foto verbracht. Dort waren einige Decken, Schlafsäcke und ähnliches Gepäck verstaut. Damit haben wir uns Boden und Seiten der Ladefläche bequem ausgekleidet und gemeinsam Spiele gespielt.
Nach etwa 2 Stunden Fahrt haben wir an einem Ort Rast gemacht, dessen Namen man mit 'kleine Schweiz' übersetzen könnte. Dort wurde ein ganzer Wald von Nadelbäumen angepflanzt. Ich habe sowas vorher noch nie hier in Thailand gesehen und werde das streifen durch einen Wald, mit Harzgeruch in der Nase und knackenden Tannenzapfen (Äste lagen leider keine rum. Der Wald wird absolut rein gehalten) unter meinen Füßen, auch so schnell nicht wieder erleben...
Von dort ging es weiter und die Wege wurden unwegsamer. Der PickUp des Pastors (in dem Jojo und ich saßen) hat den ganzen Weg bis zum Dorf geschafft, aber ein paar der PickUps und das Songthaew mussten bei einem Außenposten anhalten, von wo die Insassen mit geländegängigeren Trucks aus dem Dorf abgeholt wurden.
Gegen 15:00 Uhr im Dorf angekommen wurden wir sehr herzlich begrüßt. Die Bewohner haben Essen gemacht und jeder hatte Zeit seinen Schlafplatz einzurichten. Auch wenn es nicht viel auszubreiten oder aufzubauen gab mussten wir es trotzdem direkt machen, da die Sonne bald untergehen sollte.
Nachdem wir die Gemeinschaft am Lagerfeuer genossen, die Umgebung erkundet und auch mental ganz angekommen waren, haben wir besprochen, wie das 'Christmas Charoling' ablaufen solle. Da wir 22 Leute waren und das Dorf 18 Hütten hat, haben wir beschlossen, dass bei jeder Hütte jemand anderes die Leitung übernimmt. So hat für jede Hütte jemand anderes gebetet, zwei Lieder zum Singen gewählt, anschließend die Hütte mit Bewohnern gesegnet und ein Geschenk übergeben.
Da die Hütten ziemlich weit verstreut lagen, waren wir etwa 3h unterwegs. Mit Taschenlampen bewaffnet ging es mal durch Schlamm, mal über Gras und mal durch eine schmale Gasse überwuchert von Bäumen und hohen Büschen.
Es war wirklich eine geniale Erfahrung zu erleben, wie dankbar, offen und herzlich die Menschen waren. Ein paar haben uns eingeladen/gebeten rein zu kommen (was wir ablehnen mussten), andere haben uns Kekse und Süßigkeiten angeboten, die sie von ihrem Ersparten gekauft haben müssen, denn diese Leute haben gerade genug, um sich selbst zu ernähren. Die einzigen Einnahmen, die sie haben kommen von Reis, Limetten und Kürbis-verkäufen. Und selbst davon können sie nur verkaufen, was sie nicht selbst brauchen. Zusätzlich ist das Verkaufen bzw. das gelangen an einen Ort, wo sie ihre Ware anbieten können, ziemlich erschwert für sie. Dieses Dorf hat zwar mittlerweile 3 PickUps, aber der befahrbare Pfad der aus dem Dorf führt ist teilweise so ausgebaut, dass Betonkanten die Reifen incl. Aufhängung zerstören können, wenn man nur 15cm von der Spur weicht.
Freitag: Tag 2 Gottesdienste, Spiel & Spaß
Spät in der Nacht wurde ein Feuer brennen gelassen, sodass wir am kalten Berg-morgen nur wieder Holz auf die noch aktive Glut legen mussten, um wieder ein wärmendes Feuer zu haben. Das war auch nötig, denn dort oben kann es in der Nacht bis -3°C runterkühlen.Doch als die Sonne ihr Gesicht wieder gezeigt hat ist es auch recht zügig wieder warm geworden. Ebenfalls mit den ersten Sonnenstrahlen waren die Einwohner schon hellwach und haben eine Kuh für uns auf die Schlachtbank geführt. Noch bevor die meisten von uns überhaupt ans aufwachen gedacht haben war die Kuh geköpft,
enthäutet und ausgenommen.

Im laufe der nächsten zwei Tage haben wir dann bis auf Kopf und Beine auch alles restlos gegessen. Das heißt alles, was wir nicht den Hunden gegeben haben, weil wir satt waren oder nach dem Probieren noch etwas auf unserem Teller war. Ich muss nämlich gestehen, dass mir nicht alles geschmeckt hat. Das meiste war wirklich gut und auch das sog. Lab, was nichts anderes ist als gehackte Innereien, hat mir geschmeckt. Aber manches hat wirklich bitter geschmeckt oder hatte einen komischen Nachgeschmack, den ich allerdings bei mehreren Gerichten geschmeckt habe... Es kann also auch an den Zutaten gelegen haben.
Und apropos Hunde. Die waren echt überall und wussten ganz genau, wo die Reste hingeschmissen wurden. Recht mager und wild waren die meisten von ihnen. Sobald die gesehen haben, dass Essen übrig war und vom Teller gespült wurde haben sie angefangen regelrecht darum zu kämpfen. Ein fast schon seltener Anblick war es, wenn ein Hund mal ungestört in der Ecke des Kompostes und des Spülbereiches nach essbarem gesucht hat.
So scheu und schreckhaft die ausgewachsenen Hunde uns Menschen gegenüber waren, so furchtlos und zutraulich ist dieser kleine Welpe zwischen all den großen zweibeinigen Kreaturen umher getorkelt. Dauerhaft müde wie der ist er sofort eingeschlafen, wenn man ihn zu sich in den Schoss gehoben hat.
Er hat einfach entspannt und geschlafen, während um ihn herum Trubel, laute Stimmen und Aktion angesagt war. Zur selben Zeit haben wir mit den jungen und jung gebliebenen Bewohnern des Dorfes Spiele gespielt. Zu zweit am schnellsten eine abgesteckte Strecke mit nur drei Beinen absolvieren, eine Art Topfschlagen mit Kommandos wie rechts und links zugerufen von allen Zuschauern gleichzeitig, zu viert in einer Reihe von A nach B und zurück laufen mit einem langen Bambusrohr und natürlich das gute alte Schubkarrenrennen waren nur 4 von vielen Disziplinen und Teamspielen.
Am selben Tag waren auch gleich mehrere Gottesdienste. Bzw. einer, der aber geteilt war in Erntedank, Kindersegnung, Weihnachten und zum krönenden Abschluss Silvester mit einem großen Pyro-Vulkan (von dem ich leider kein Bild habe).
Der Grund warum all das in einem gefeiert wurde ist, dass der Besuch aus Chiang Mai ein besonderer Anlass ist, auf den man alles verlegt bzw. nicht richtig weiß, wann man es sonst machen sollte. Ein weiterer Grund ist der Pastor der CGC. Er hat für die Dorfbewohner eine sehr hohe Stellung. Er ist verantwortlich dafür, dass sie mittlerweile stabile Holzhütten mit regendichten Dächern, fließendes Wasser von einem 5km entfernten Wasserfall, Autos, Mopeds und gemauerte Sanitärhäuschen mit Betonfundament haben. Er ist außerdem ihr geistliches Vorbild und damit derjenige, der ihre Kinder segnen soll.
Samstag: Tag 3 getrocknete Frösche und Abfahrt
Nach einer weiteren kalten Nacht (durch Decken und wärme Pads erträglich gemacht) hieß es früh am Morgen "Get up it's about to rain". Der Himmel war behangen mit Wolken und es sah so aus, als könnte es jeden Moment anfangen zu regnen, was es für uns fast unmöglich gemacht hätte zurück nach Chiang Mai zurück zu fahren.Trotz aller Regenwarnung haben wir uns aber trotzdem noch die Zeit genommen mit den und für die Bewohner und das Dorf zu beten und sie zu segnen. Abschiedsgeschenke haben wir auch noch erhalten. Eine selbst gefangene und eigens geräucherte Delikatesse... Laubfrösche.
| Räucherstube |
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Wir beide sind im Laufe dieses Ausfluges gute Freunde geworden. Im und nach Gottesdienst hatte man sich schonmal gesehen, mitbekommen, dass der jeweils andere auch englisch spricht und gern Gesellschaftsspiele spielt aber so eine Connection wie jetzt hatten wir vorher noch nicht.
Ich bin sehr dankbar so guten Anschluss in der CGC (City Gate Church) gefunden zu haben. Mit ihnen in dem Bergdorf gewesen zu sein und auch sonst zu Veranstaltungen so herzlich eingeladen zu werden.
Dankbar bin ich auch für das mittlerweile so entspannte Verhältnis zwischen den Jungs und mir. An der Kommunikation müssen wir trotzdem noch ein wenig arbeiten.
Und ich bin dankbar einen Freund in Jojo gefunden zu haben. Wir haben schon Pläne demnächst mal loszuziehen und 'Things for Men' zu kaufen und zu tun. Bin wirklich gespannt, wie sich diese Freundschaft über die nächsten 5 Monate entwickeln wird.
Denn (und das ist auch ein Grund zum Danken) ich werde am 19. Juni um 7:10 Uhr morgens mit einer Quatar Airways Maschine wieder in Frankfurt landen :D
Gleichzeitig ist das auch ein Grund zum beten, denn ab jetzt kann ich die Tage und Wochen zählen, bis ich wieder zurück nach Deutschland fliege und damit das schöne Thailand verlassen muss. Ich fürchte mich schon ein kleinwenig vor den Zwiespalt-Gedanken, die damit einher gehen. Wenn-Dann, ob, was wäre wenn... Bitte betet dafür, dass ich mich hier bis zum Ende voll einsetzen und mich zurück in Deutschland dann auch wieder ganz auf die dortigen Angelegenheiten konzentrieren zu können.
Betet bitte auch für Phuket und die umliegenden Inseln und Halbinseln incl. der westlichen Küste Thailands, die in diesem Moment (03.-05.01.) von "Pabuk" verwüstet wird. Vielleicht habt ihr es in den deutschen Medien mitbekommen. Das Leid, die zerstörten Wohnungen und die Verwandten des/der Verstorbenen (ich habe bisher von einem toten gehört)... Alle Bewohner dieser zerstörten Gegenden benötigen Hilfe. Sowohl tatkräftig als auch im Gebet 🙏







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