Samstag, 8. Dezember 2018

Nur ein kleines Update

Wie mein Leben gerade aussieht...

Hey Leute
Heute gibt es mal nur ein kurzes Update, weil es wirklich nicht sehr viel aus der vergangenen Woche zu erzählen gibt.
Ich möchte aber Neuigkeiten zu der Gemeinschaft unter uns Kurzzeitlern, meine Gedanken zu der etwas anderen Adventszeit, einen kleinen Eindruck zur klimatischen Lage in Chiang Mai und einen Ausblick auf dieses Wochenende geben.



Letzte Woche habe ich ja schon anklingen lassen, dass es unausgesprochenen Zwiespalt zwischen uns Kurzzeitler-Jungs gibt. Dieser beruhte auf einem (mittlerweile gelöschten) Blogeintrag, dem ich eine spezielle Würze geben wollte. Ich wollte mal was anderes ausprobieren, etwas mehr Einblick in meine Gedanken zulassen und habe dabei nicht bemerkt/darauf geachtet, dass ich, obwohl ich alle Namen ersetzt habe, die Jungs ziemlich schlecht habe dastehen lassen. Der Eintrag ist schon einige Wochen alt und in der ganzen Zeit habe ich nur bemerkt, dass ich keinen wirklichen Anschluss finde ohne zu wissen, was ich falsch mache.
Bis ich dann einen entscheidenden Hinweis bekommen habe, der mich einiges hat hinterfragen lassen und mir ein großes Stück Hoffnung, darauf irgendwann Teil dieser Gruppe zu sein, genommen hat. Ich habe dann beschlossen mich nicht unterkriegen zu lassen, schließlich habe ich von Gott unmissverständlich klar gemacht bekommen, dass ich (zumindest für dieses Jahr) hier her gehöre.
Also habe ich angefangen mit den vom Blogeintrag betroffenen zu reden. Die Gespräche sind bisher sehr gut verlaufen. Gott hat die Herzen wirklich vorbereitet und Vergebung geschenkt. Mit einem würde ich mich auch gern noch aussprechen, aber ich finde keine Möglichkeit ihn mal beiseite zu nehmen...


Hier in Chiang Mai ist die Adventszeit 'Nit Noy' (Thai für: Ein kleines Bisschen) anders, als in Deutschland und irgendwie zur Zeit gar nicht besinnlich. Ich bin auch ein kleinwenig selber schuld, weil ich bei jeder Aktion mitmache, aber wenn man hier singt, da vorspielt, in diesem Gottesdienst begleitet und bei jenem Ausflug auch noch dabei sein will hat man halt keine Zeit für Ruhe.
Bis auf die erhöhte Anzahl von Adventsliedern und natürlich Adventskalender gibt es aber auch kaum etwas, das mich an Advent und Weihnachten erinnert. Dem Schnee ist es zu warm, einen Kamin müsste man erst im Haus installieren, wenn man mal in der nähe eines Weihnachtsbaumes ist fehlt der Geruch (Kunststoff-Bäume) und in den Läden findet man weder Schoko-Weihnachtsmänner  noch Spekulatius oder Lebkuchen... Ich bin gespannt, ob das Advents-Feeling sich noch entscheidet mal vorbeizuschauen 😊


Das Klima und die Luft verändern sich zur Zeit recht stark. Die Temperatur sinkt nachts mittlerweile unter 20°C. Für deutsche Verhältnisse immer noch sehr viel, aber wenn man an das Klima hier gewöhnt ist wacht man morgens vor dem Wecker auf, weil einem zu kalt ist. Ob das Fenster offen oder zu ist spielt hier keine Rolle, da die Wände nicht dicker, als 18cm  und ungedämmt sind (auch die Fenster haben außer gegen Moskitos keinerlei Dichtung). Manche überlegen sich einen Heizlüfter zuzulegen 😄 solche Gedanken kommen euch in Deutschland bestimmt besonders irrsinnig vor.
Da die Zeit der Reisernte mittlerweile vorüber ist und die Bauern versuchen den Boden für die nächste Saison vorzubereiten, brennen sie ihre Felder komplett ab. Die Asche ist scheinbar wertvoll für den Boden, aber der Qualm ist definitiv nicht gut für die Luft. Dadurch, dass dieses flächenweise Abbrennen praktiziert wird, kann man mit eigenen Augen beobachten, wie die Luft von Tag zu Tag schlechter wird. Begünstigt durch die 'Kessellage' (Chiang Mai ist umringt von Bergen) sammeln sich Ruß und Staub in der Luft, sodass man den Doi Sutep kaum noch erkennen kann.


Das kommende Wochenende verbringen wir in Chiang Rai. Heute sind schon ein paar von uns Kurzzeitlern mit Mopeds und Janzen's PickUp vor gefahren. Morgen kommen Micha, Lea und Ich mit dem öffentlichen Bus hinterher. Ich bin wirklich gespannt, wie das wird. Am Montag kommen wir schon wieder zurück nachdem wir Amy's Familie kennengelernt und die Stadt gesehen haben.


    Ich bitte euch zu beten, dass alle Fahrten behütet bleiben. Der Weg nach Chiang Rai ist gar nicht ohne und uns wurde unter anderem auch abgeraten diese Strecke mit Mopeds zu fahren. Bisher habe ich von keinen Komplikationen gehört und gehe davon aus, dass alle heil angekommen sind. Aber es gibt ja auch noch eine Rückfahrt...
    Auch dürft ihr für unsere Gemeinschaft beten. Da ich bei manchen der Jungs kaum einzuschätzen weiß, wie ich gerade bei ihnen ankomme/wie sie mich wahrnehmen ist es für mich ein wenig mehr anstrengend, mich in der Gruppe zu bewegen, als es das sowieso schon ist, wenn ich unter Leuten bin. Betet dafür, dass ich mich auch vor allen nochmal aussprechen und entschuldigen kann, um diese Sache endgültig vom Tisch zu wischen.
    Weiterhin braucht die Familie von Pi Pop und Khun Yay Gebetsunterstützung. Heute waren wir bei ihnen zum Mittagessen eingeladen und haben auch Aiden nochmal gesehen. Er spricht nicht viel (vermutlich, weil er sich mit uns nicht wirklich verständigen kann) aber er scheint recht gut mit seiner Lage klar zu kommen. Dadurch, dass Yay auch im Rollstuhl sitzt und Pop ein Bein nur noch als Prothese besitzt gibt es im Haus gerade kein Hindernis für ihn. Allerdings sind die Finanziellen Probleme des Hauses noch nicht gelöst. Für die Operationen wurde gebürgt und das Geld ist mittlerweile auch zusammen, aber die Familie hat weiterhin Schulden...

    Ich bin sehr Dankbar für die drei klärenden Gespräche, die ich bereits führen konnte. Ich habe mir die Konversationen wesentlich schlimmer ausgemalt, als sie letztendlich gelaufen sind. Es hat mich zwar viel Kraft und Zeit gekostet den Mut zusammen zu bringen, um das Thema jeweils unter vier Augen anzusprechen, aber es hat sich in allen Fällen gelohnt. Mit einem der Drei versteh ich mich dadurch sogar jetzt besser denn je 🙏
    Dankbar bin ich auch, dass die Klimaanlagen, die in den Häusern hängen, einen Filter haben. Dadurch ist die Luft in den Gebäuden recht angenehm und man muss den Ruß nur einatmen, wenn man draußen oder mit dem Moped unterwegs ist.
    Und ich bin dankbar für einen Advents-Einsatz, den wir von der TDG aus in einem Altenheim gemacht haben. Da die Bewohner hauptsächlich deutschsprachig waren konnten wir dort westliche Weihnachtslieder singen, Martin (Gemeindeleiter) hat zwei schöne Inputs gegeben und die alten Menschen haben sich wirklich von Herzen gefreut. Was mich besonders gefreut hat an diesem Abend war, dass, aufgrund von Misskomunikation, zuerst niemand da war. Die Bewohner des Altersheims waren gar nicht informiert... Dennoch hat Gott etwas wunderbares aus diesem Abend gemacht. Wir mussten unser Programm etwas kürzen, aber letztendlich war das auch besser so, weil vermutlich nicht alle der demenz-kranken Personen 1h aufmerksam hätten sein können.

Dankeschön für eure tatkräftige Unterstützung im Gebet.

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