Hey Leute
Unser Ausflug letztes Wochenende war super 😃, wir hatten eine tolle Zeit gemeinsam. 👍
Ansonsten gab es in dieser Woche eine sogenannte 'white elephant Party' und wir durften unseren Cornerchair den Physiotherapeuten des RICD vorstellen. 🎉
Wie letzte Woche schon erwähnt waren wir am letzten Wochenende in Chiang Rai. Das ist eine Stadt 3h nördlich von hier. Dort haben wir die Mutter und den Cousin von Amy besucht.
Der Großteil unserer Truppe ist mit PickUp und Mopeds vor gefahren. Als Micha, Lea und Ich dann einen Tag später (Sonntag) mit dem öffentlichen Bus auch in Chiang Rai angekommen sind, gab es erstmal eine Wanderung...
Mehr oder weniger. Wir sind zu einem Parkplatz gefahren, der 1,4 Kilometer Waldpfad von einem Wasserfall entfernt lag. Von dort aus sind wir über Stock und Stein zu besagtem Wasserfall gelaufen.
So einen hohen und mächtigen Wasserfall habe ich zuvor noch nicht erlebt. Wir waren schon bei manchen Wasserfällen in Chiang Mai und Umgebung, aber das waren mehr schnelle, steile Wasserläufe. Und wenn dann ist das Wasser nicht von so weit oben gefallen.
Wie die kleinen Menschen auf dem Foto haben auch wir uns bis an den Fuß des Wasserfalls heran getraut. Allerdings habe ich mich nicht getraut mein Handy mit zu nehmen, denn was bringt einem Wasserresistenz, wenn das Handy einfach weggespült wird? 🙈
Und die Strömung hätte mir das Handy easy aus der Hand reißen können.
| Ich im T-Shirt (Bild von Amy) |
Die nassen Klamotten auf der Ladefläche trocknend, sind wir von dort aus in den sogenannten Singha-Park gefahren. Singha ist hier in Thailand einer der führenden Bier-Marken. Der Park besteht aus einem riesigen, wunderbar gepflegten Gelände mit einer Tee-Plantage, einem recht großen See,
Attraktionen, wie Ziplining (Seilbahn) und Fahrradverleih, um den großen Park erkunden zu können.
Als wir uns satt gesehen hatten und die Sonne untergegangen war sind wir zurück zu unserem Nachtlager gefahren. Als solches hat uns Amy's Mutter ihr Haus zur Verfügung gestellt. Auf dem Boden im Eingangsbereich hatten wir uns ein Matratzen-, bzw. Deckenlager eingerichtet.
Nach einer Kurzen Nacht aber reichem und extrem leckeren Frühstück haben wir das alles auch schon wieder abgebaut. Decken zusammengelegt, Matratzen aufgeräumt, Kissen beiseite getan. Alle privaten Klamotten wieder in die Rucksäcke verstaut und ab gings... Allerdings nicht in Richtung Chiang Mai. Zuerst wollten wir uns noch die Höhle des Fußballmannschafts-Unglücks anschauen.
Dafür sind wir etwa 1h in die Berge gefahren.
Auf dem Parkplatz bei der Höhle angekommen gab es dann die große Enttäuschung. Allerdings stellt sich auch die Frage: Was haben wir anderes erwartet?
Überall waren Stände aufgebaut, es ging zu wie auf dem Markt. Je näher man dem Eingang der Höhle kam, desto höher wurde die Dichte von Menschlichen Körpern. Die Verkaufsstände wurden zwar weniger, aber dafür wurden dort Tänze aufgeführt, Plakate mit Informationen zum Rettungseinsatz erklärt und Blumen verkauft, die auf den Opfertischen abgelegt werden konnten.
| Der Eingang der Höhle wurde durch einen hohen Zaun versperrt |
Lange Rede kurzer Sinn: Der Ort ist zu einem Touristenplatz geworden und so lang sich das Geschäft lohnt werden sich die Verkaufsstände vermutlich auch nicht mehr von der Höhle weg bewegen...
Da Lea und Micha die Rückfahrt nach Chiang Mai auf der Ladefläche des Pick Ups verbringen mussten/wollten/konnten, haben sie sich ein bequemes Lager aus dem Gepäck gebaut. Worte wie fahrendes Bett und bequemste Fahrt dürften die Kissenburg recht gut beschreiben😆
Da wir die hälfte der Fahrt im dunkeln absolvieren mussten (für die drei Mopedfahrer war das ganz und gar nicht bequem) hat sich der Begriff fahrendes Bett durchgesetzt😜
Für mich persönlich war mein Gespräch mit Hannes das Beste an diesem Ausflug. Nicht nur, dass ich mich getraut habe ihn anzusprechen, weil ich echt keine Ahnung habe wie man solche Gespräche beginnt, sondern auch weil er mir eine andere Perspektive auf die Gemeinschaft und einen Einblick in seine Wahrnehmung unseres Zusammenseins geben konnte. Auch mit unserer amerikanischen Kollegin konnte ich ein echt gutes und offenes Gespräch führen.
Ich fühle mich jetzt wieder wohler in der Gemeinschaft und hoffe, dass wir diese Offenheit gegeneinander aufrecht erhalten können.
Letzten Mittwoch hatten wir dann schon unsere erste Christmas Party. Der Leiter des Projekts hat mit seiner Familie zu einer 'White Elephant Celebration' eingeladen. Bei einer solchen Feier gilt: "Jeder darf kommen, aber bring ein Geschenk mit." Denn das ist eine Art Schrottwichteln.
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| Draußen saßen noch mehr Gäste (Bild von Stefan) |
Nr. 1 hat angefangen ein Geschenk aus der Mitte zu nehmen, es sofort auf zu machen und zu zeigen.
Nr. 2 darf sich dann schon entscheiden: Will ich ein verpacktes Geschenk aus der Mitte nehmen, oder dem ersten (bzw. einem anderen) sein Geschenk klauen?
Nr. 3 genau so.
Ist einem das Geschenk geklaut worden hatte man wieder die gleichen zwei Wahlmöglichkeiten. Allerdings durfte man nicht mehr klauen, was man schon mal hatte. Und wenn eine Sache schon drei Mal den Besitzer gewechselt hat war es 'locked' durfte also auch nicht mehr geklaut werden.
So geht das die ganze Runde durch bis alle Geschenke aus der Mitte genommen wurden. Anschließend darf Nr. 1 nochmal klauen, da diese Person am Anfang noch keine Wahl hatte.
Beispiel: Lea ist dran und nimmt ein Paket aus der Mitte. Ein Pullover:
Nach ihr war Stefan dran und hat sich entschieden ihr den Pullover wieder abzunehmen, worauf Lea sich erneut ein Geschenk aus der Mitte genommen hat.
Gelandet ist der Pullover allerdings bei Nathan unserem amerikanischen Freund, dem er anschließend nicht mehr abgenommen werden konnte.
Das Highlight der Party waren allerdings die von Tells (Gastgeber) selbst gemachten Lebkuchen Männer. Lebkuchen und Spekulatius sind wohl die beiden Backerzeugnisse, die ich in letzter Zeit am meisten vermisse. Die gehören zur Adventszeit einfach dazu. Von den leckeren Männchen durfte ich mir anschließend sogar welche einpacken. 😇
Gestern im RICD hatten Jenni und ich dann aber DAS Highlight unserer Woche. Die lange Arbeit, das viele Überlegen und ausprobieren, das lange Warten auf Holz, alles hat sich gelohnt. Wir durften unseren Cornerchair-Prototype mit in den Physiotherapeutischen Bereich nehmen. Dort waren an diesem Tag nämlich Patienten angemeldet, die genau auf unser 'Profil' passten. Sie hatten in etwa die richtige Größe und wenig Körperkontrolle/Körperspannung.
Wir haben die Möglichkeit bekommen einen der kleinen Patienten in unseren Stuhl zu setzen und zu sehen/demonstrieren, wie viel besser man mit ihnen interagieren kann. Denn auch für die Ärzte, Physio- und Sprachtherapeuten ist es einfacher mit einem Kind zu arbeiten/interagieren, wenn es sitzt.
Mit dieser Einladung scheint es sicher, dass wir die Physiotherapeuten auf unserer Seite haben. Die sollen für/mit uns eine Art Gebrauchsanweisung schreiben. Wie hat man das Kind in den Stuhl zu setzen, worauf hat man bei dem Verstellen der Rückenlehne bzw. des abductor-Pommels zu achten und vieles mehr, was Jenni und ich jetzt vermutlich noch gar nicht auf dem Schirm haben...
Wir sind beide jedenfalls über glücklich und können es kaum fassen, dass das alles jetzt so gut geklappt hat. Obendrauf haben wir nämlich auch grünes Licht für den Bau einer größeren und einer kleineren Variante bekommen.👌
Ich bin wirklich dankbar, dass der Prototyp fertig ist und so gut bei allen ankommt.
Dankbar bin ich auch, dass wir die Sache um den fehl formulierten Blogeintrag klären konnten. Dass ich mich nicht habe entmutigen lassen und aufgegeben habe, sondern von Gott die Kraft und die richtigen Worte geschenkt bekommen habe, um das mit jedem betroffenen zu klären.
Und ich bin dankbar für die kleinen kurze Ruhephasen, die ich trotz des Stresses hier doch hin und wieder bekomme.
Trotzdem dürft ihr beten, dass ich den Stress weiter gut aushalte. Nahezu jeder meiner Nachmittage ist verplant und manche Tage sind so voll, dass ich morgens um 6 uhr aufwache, den ganzen Tag beschäftigt bin und abends um 23 uhr wieder ins Bett komme. Bis ich schlafen kann ist es dann oft schon Mitternacht. Manche können das bestimmt weniger nachvollziehen als andere, aber Schlaf bleibt für mich bei diesem Programm recht wenig übrig und das macht mir vermutlich am meisten zu schaffen.
Beten dürft ihr auch weiter für Aiden und seine Eltern Khun Yay und Pi Pop. Ihre Lage scheint unverändert. Yay (die ich ja täglich auf der Arbeit sehe) lässt sich nichts anmerken. Sie hat stets ein lächeln auf dem Gesicht und wenn man sie fragt: "Khun sabai dii mai" (Geht es dir gut?) antwortet sie stets: "Sabai dii chaaw" (Mir geht es rundum gut) obwohl die Schulden ihr täglich zu schaffen machen müssen...
Betet auch dafür, dass unter uns Kurzzeitlern jetzt die Umstände geklärt bleiben. Dass wir ehrlich miteinander sind und niemand dem anderen falsche Motive unterstellt. Betet für Offenheit und Weisheit im Umgang miteinender, damit wir das restliche Jahr gemeinsam genießen können.





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