Heute gibt es ein kurzes Zwischenupdate aus der Reihe.
Und zwar ist heute ein ganz besonderer Tag für mich...
Heute wäre der Tag gewesen, an dem ich um 16:40Uhr hier in Chiang Mai in den Flieger steige, um über Bangkok und Katar zurück nach Deutschland zu fliegen.
Wenn ich es mir oberflächlich überlege wär das auch gar kein schlechter Zeitpunkt, um meinen Einsatz hier zu beenden.
Ich war auch ein paar Distributions, habe das RICD kennengelernt, erfahren, wie die letzten Kurzzeitler hier gelebt haben, habe die neuen Kurzzeitler in das wichtigste eingeführt und ich weiß jetzt, was einen Rollstuhl ausmacht, welche Unterschiede es gibt und worauf man beim Anpassen zu achten hat.
Aber bin ich hier, um diese egoistischen Ziele zu erreichen und wieder abzuhauen?
Sollte es wirklich nach einer Checkliste gehen, die abgehakt und weggeworfen wird?
Mir ist heute viel durch den Kopf gegangen.
Viele Gedanken, die sich wie die Pferdchen in einem Karussell drehen, das aber zu schnell dreht. Es sind alle Pferdchen da, man kann alle sehen, doch ist jedes einzelne zu schnell wieder verschwunden, um es näher zu betrachten.
Da waren Hätte, wenn und aber Fragen
- Hätte ich mich mit den neuen Kurzzeitlern auch so gut verstanden, wenn mein Kopf schon auf Deutschland eingestellt gewesen wäre?
- Wie würde ich mich jetzt im Flieger fühlen?
- Wie hätten die Kurzzeitler mich wahrgenommen, wenn ich 2 Wochen nach ihrer Ankunft schon wieder nach Deutschland fliege?
- Wär der Corner-Chair Prototyp schon fertig? Hätte ich da mit dem Zeitdruck mehr gemacht?
- Wie wäre es wohl jetzt XY in Deutschland wieder zu treffen? Auf der einen oder anderen Hochzeit oder beim Taxi-Teller essen 'alte Bekannte' wieder zu sehen?
Es war aber auch eine große Erleichterung zu wissen, dass der Flieger ohne mich geflogen ist.
Bisher war immer noch dieser 'Notausgang' in meinem Hinterkopf: "Wenn ich mich hier doch nicht mehr wohl fühle kann ich trotzdem früher abhauen." Mit dieser Einstellung lebt es sich ganz anders, als die, die ich jetzt eingenommen habe: "Sollte es schwierig werden muss ich da halt durch und will nicht ans Aufgeben, sondern daran denken, was Gott mir hier beibringen will. Ich bleibe hier und starte mit den Kurzzeitlern quasi neu."
Ich habe mit ihnen gemeinsam endlich mal eine Führung durch das gesamte RICD bekommen und es ist nochmal um so viel größer und Umfangreicher, als ich bisher geglaubt und erfahren habe. Mit ihnen zusammen werde ich endlich mal eine Sprachschule besuchen und wir werden dort auch gemeinsam in die Kultur eingewiesen (Samstag geht's los).
Ein weiterer wichtiger Gedanke (an dem ich auch eine Weile hängen geblieben bin) war das Bewusstsein darüber, dass ich mich gar nicht erst getraut hätte über Verlängerung nachzudenken, wenn ich keine Finanzielle Chance dafür gesehen hätte. Ich weiß, dass Gott für mich sorgt, doch diese Sicherheit zu haben, dass dieses Jahr finanziert ist brauche ich irgendwie trotzdem noch und Gott hat sie mir gewährt.
An dieser Stelle möchte ich auch wieder einen großen Dank an alle meine Unterstützer aussprechen. (da ihr mein sprechen nicht hört muss ich es trotzdem aufschreiben 😊)
Danke dafür, dass ihr mir mit euren Spenden den Mut geschenkt habt den Flug, der für heute geplant war, überhaupt abzusagen.
"Aber Lukas. 'TheoGo' ist doch jetzt zuende... Wie soll es denn jetzt mit deinem Blog weitergehen?"
Das ist einfach beantwortet. Da ich noch etliche Dinge habe, von denen ich schreiben und berichten könnte und auch noch so viel vor mir liegt, das höchstwahrscheinlich einen Blogeintrag wert sein wird, gibt es keinen Grund euch nicht weiter zu Informieren. Auch wenn die Domain 'Jahr mit Gott' damit inkorrekt wird, soll mich das nicht davon abhalten weiter meine Erfahrungen hier zu teilen.
Alles in allem blicke ich jetzt dankbar und erleichtert auf das vor mir liegende Jahr und bete weiterhin für gute Gemeinschaft unter uns Kurzzeitlern. Dankeschön dafür, dass ihr das auch tut. 👍


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