Sonntag, 28. Januar 2018

Der reifen mit/ohne Loch - Ein Gott der mehr weiß

In der Einsatzbeschreibung der DMG für Thailand stand: Sollte Grundkenntnisse im Schweißen Mitbringen...

Zuerst dachte ich mir: Ich bin Tischler... Was soll ich mit einem Schweißgerät. Zu dem Zeitpunkt bin ich noch nicht davon ausgegangen, dass ich tatsächlich nach Thailand fliegen werde. Doch seit ich die Bestätigung hatte wusste ich: Irgendwie muss ich von irgendwem Schweißen lernen.

Also hab ich mich auf die Suche gemacht und auch zwei mal fast nen Termin bei meinem Schwager gehabt, doch beide male ist nichts daraus geworden.
Seit dem 19. Januar 2018 weiß ich auch warum...



Als ich an die Bibelschule gekommen bin habe ich Matthias S. kennengelernt. Matthias ist hier für die Haustechnik und die technische PA zuständig. Ich habe mich also am ersten Tag direkt an ihn gewendet und gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt hier schweißen zu lernen.
Zuerst hat er sich bemüht an ein Schweißgerät zu kommen aber dafür ist leider kein Geld da.
Darum hat er Alle Hebel in Gang gesetzt und bei seinem Namensvetter M. Schüttler angefragt, ob er mal Zeit hätte mir was beizubringen.

Kurz darauf schrieb dieser mich an und wir haben uns nach einigem hin und her auf Freitag den 19. geeinigt.
Ich fahre also zu ihm hin, lerne ihn kennen und lass mir von ihm das Schweißen beibringen.
Zuerst mit Schutzgas und dann noch mit einem Elektronen-Schweißgerät.

Das Schweißen mit Schutzgas war etwas leichter. Hierbei aktiviert man den Stromkreislauf durch Knopfdruck. Gleichzeitig strömt ein den Draht ummantelndes Schutzgas aus der Düse und der Draht wird automatisch vorgeschoben.
Das Elektronen-Schweißen dagegen ist etwas schwieriger. Hierbei spannt man eine Elektrode, die mit einer Schlacke ummantelt ist in eine Zange ein, die permanent unter Strom steht. Das Heißt, dass man sofort anfängt zu schweißen, wenn sich der Stromkreislauf schließt. Hierbei ist aber das große Problem, dass sich die Schlacke gern zwischen die Materialien setzt, bevor eine Schweiß-verbindung entstanden ist.
Bei beiden Verfahren muss man den richtigen Moment finden die Sichtmaske vorzuhalten. Zunächst kann man durch das stark getönte Glas nämlich gar nichts sehen. Erst wenn man anfängt zu schweißen sieht man den Punkt, wo es am hellsten ist.

Dafür, dass ich zum ersten mal geschweißt habe sagt M. Schüttler habe ich das ganz gut hinbekommen. "Das hält auf jeden Fall"
Ich habe auch das ein oder andere mal ein Loch in die Rohre gebrannt. Aber dadurch habe ich gut gelernt diese auch wieder zu zu flicken.

Jetzt zu dem, was den Tag eigentlich für mich ausgemacht hat.
Seit einer Weile kam beim Schalten oder ähnlichen ruckartigen Bewegungen durch mein Auto ein verdächtiges Klappern aus dem Motorraum. Da wir uns in einer KFZ-Werkstatt getroffen haben, die nach Matthias Vater benannt ist habe ich gefragt, ob er auch etwas Ahnung davon hat. 
Kurz darauf Stand mein Auto auf der Hebebühne und gleich 3 Menschen haben sich daran gemacht die Ursache des Klapperns heraus zu finden. 
Nach einiger Suche hatten wir den Übeltäter gefunden. Ein Gummi, das den Luftfilter festhält hatte sich gelöst und baumelte noch halb an seiner Befestigung. Jedoch klapperte er direkt an das nächste Bauteil ohne vom Gummi abgebremst zu werden.


Ganz nebenbei bemerkte jemand, dass der hintere rechte Reifen etwas Luft bräuchte. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass darin ein Nagel steckte, der dem Reifen langsam aber sicher die Luft entließ.
Kurzerhand entschloss sich M. Schüttler noch mal eben meinen Reifen zu flicken.



Fazit: Gott ist großartig, gütig und weiß zu jeder Zeit, was man benötigt ohne, dass man sich dessen überhaupt bewusst ist. Er kennt die Nöte von Morgen und arbeitet daran. HEUTE.
Ich habe nicht nur Schweißen mit zwei Geräten gelernt. (obwohl ich nichtmal wusste, dass es überhaupt verschiedene Verfahren gibt)
Es fühlt sich jetzt auch wieder 10mal sicherer an mit meinem Auto zu fahren weil das Klappern verschwunden ist.
Außerdem war ich direkt an der richtigen Adresse um meinen Reifen flicken zu lassen, obwohl mir nicht mal bewusst war, dass dieser überhaupt Luft verliert.

An diesem Tag habe ich Gottes Wirken dermaßen gespürt, dass ich ihn exemplarisch für ein paar andere dieser Art für euch festhalten wollte.
Ich bin so dankbar hier auf der Bibelschule sein zu dürfen.
Gott segnet jeden einzelnen Tag.
Gott arbeitet an meiner Persönlichkeit und ich kann meine Zukunft immer mehr in seine Hand abgeben.
Gott ist der lebendige, allwissende und beste Pläneschmieder. Er weiß, was mir morgen brauchen und kümmert sich heute darum!

M. Schüttler ist jetzt schon wieder als Missionar in Peru unterwegs und hilft den Einheimischen bei ganz praktischen Dingen. Ich habe ihn in seinem Heimaturlaub erwischt und er konnte mir viel beibringen. 

Danke für jedes einzelne Gebet, das ihr für mich sprecht. Ich merke immer wieder, wie gesegnet meine Bibelschulzeit dadurch ist. Es ist nicht immer einfach und ein paar meiner Mitschüler haben mit weit größeren Sorgen zu kämpfen als ich, aber Gott ist bei allem/allen dabei und hilft uns durch. Eure Gebete helfen mir und uns sehr. Dankeschön dafür.

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