Vom 30.10. bis zum 03.11. hatten wir eine Woche Ferien. Davor hatte ich recht wenig Ahnung, wie ich mich am besten auf der Bibelschule organisiere. Ich stand vor einem Berg aus Aufgaben und wusste nicht wirklich, worauf ich mich als nächstes vorbereiten sollte. Die Ferien waren zwar voll geplant und ich hatte nur wenig Zeit für die Schulaufgaben, dennoch konnte ich mich etwas sortieren, einen schwarzen Ordner für abgeschlossene Fächer anlegen (der dicke Grüne ist schon übervoll 🙈) und mir eine Art Übersicht verschaffen.
Vor kurzem haben wir unseren ersten Test geschrieben. Für das Fach Historisch-Kritische Theologie mussten wir einige Begriffe lernen, diese wurden abgefragt. Als nächstes muss ich mich jetzt darauf konzentrieren viel auswendig zu lernen. 36 Bibelverse und die Gliederungen von 17 Büchern wollen gelernt sein.
Ich möchte aber noch kurz etwas zur Historisch-Kritischen Theologie sagen:
Die Historisch-Kritische Theologie versucht durch systematischen Zweifel zu einem Wahrscheinlichkeitsurteil zu gelangen. HK-Theologen bezweifeln also grundsätzlich alles was in der Bibel steht.
Durch den Unterricht ist mir bei näherer Überlegung sehr deutlich geworden, dass ich das nicht tun werde.
Meine Überzeugung war und ist, dass alle Worte der Bibel wahr sind und wir Gott trauen können. Mir ist unverständlich, wie es so viele Menschen geben kann, die sich derart intensiv mit der Bibel beschäftigen und doch nicht verstehen...
Ich persönlich bin froh jetzt zwischen historisch-kritischer und bibeltreuer Verkündigung unterscheiden zu können und mir (m)eine eigene Meinung gebildet zu haben. Mein Hauptargument gegen die HK-Lehre ist, dass sie zweifelt aber nicht wirklich aufklären kann. Übrig bleiben dann immer nur noch mehr Zweifel.
Doch Gott möchte uns keine Zweifel ins Herz streuen, sondern Glauben!
Mit dem November wird es auch hier in Kirchberg kälter und früher dunkel. Die Allee vor der Villa ist mittlerweile kahl und immer länger hält sich morgens der Nebel zwischen den Bäumen. Man kann jetzt öfter den Blick hinunter ins vernebelte Tal genießen. Ich merke auch ganz stark, dass das Leben auf der Bibelschule jetzt ruhiger wird. Es wird weniger unternommen und abends ist es im Pavillon (Wohngebäude mit Bibliothek und Wohnzimmer) früher still. Was mir persönlich sehr gelegen kommt, da mein Zimmer direkt an den Eingangsbereich mit den roten Sofas angrenzt, wo häufig bis in die Nacht theologisch Fragen laut diskutiert wurden/werden.
Die Warnungen und bemitleidenden Blicke waren also berechtigt.
Meine Beziehung mit Johannes wird allmählich besser. Am Donnerstag waren wir gemeinsam für Holzarbeiten eingetragen. Wir hatten den Auftrag Transportkisten zu bauen für eine Theke, die oft auf Evangelisationen mitgenommen wird. Das hat sehr gut geklappt. Der Zuschnitt war etwas mühselig, weil wir eine in die Jahre gekommene Bausäge (immerhin mit neuem Sägeblatt) und eine Handkreissäge ohne Schiene zur Verfügung hatten. Doch das Zusammenbauen hat dann richtig Spaß gemacht. :D Mit 2 kleinen Bosch-Akkuschraubern konnten wir zügig hintereinander her arbeiten. Obwohl Johannes nicht viel Erfahrung mit vorbohren und Schrauben hat ist es ihm sehr gut gelungen. Wir bewegen uns aus unserer Unterschiedlichkeit immer mehr aufeinander zu.
Meine Gebetsanliegen
Bitte
-für die Gemeinschaft mit Johannes, dass sie in den paar Wochen, die uns jetzt noch bleiben noch stärker wird und wir voneinander lernen können.
-für Konzentration und Auffassungsvermögen, damit ich gut Auswendiglernen und so Lesen kann, dass ich mir was mitnehme
Danke
-für dieses große Privileg auf der Bibelschule sein zu dürfen
-für den Fortschritt mit Johannes
-dass Gott hier so klar, so deutlich zu mir spricht
Danke für eure Unterstützung, die meinen Aufenthalt hier möglich und segensreich macht. Und vor allem an alle, die ihr so kontinuierlich und treu für mich betet. Als ich in den Ferien in der Gebetsstunde war habe ich erlebt wie persönlich für jeden einzelnen FSJler gebetet wurde. Danke für diese große Unterstützung. Die Zeit hier ist wirklich sehr gesegnet dadurch!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen