Heutzutage muss alles sofort geschehen. Wir leben in einer Knopfdruck-welt. Kaffee (und mittlerweile sogar Tee) auf Knopfdruck, Musik auf Knopfdruck, Warm/kalt/Kohlensäure/kochend auf Knopfdruck, Geld auf Knopfdruck, Information auf Knopfdruck...
Wir leben in unserem Hamsterrad aus immer wiederkehrenden Ereignissen. Manche Wiederholen sich früher andere Später. Immer darauf bedacht alles effizienter zu machen.
Wenn wir aufstehen muss der Kaffee/Tee aus der, mit dem WLAN verbunden, Machine schon fertig sein und wer die Brötchen schon am Vorabend in den programmierbaren Backofen getan hat muss nur noch Nutella und Messer zur Hand nehmen und 5-10min später - nach dem er beim Frühstück noch Nachrichten geschaut und seine Mails gecheckt hat - das Haus verlassen.
Ich habe das jetzt bewusst überspitzt dargestellt, um klar zu machen auf was für eine traurige Morgenroutine wir uns zubewegen. Immer mehr wird immer schneller.
Mach doch einfach mal den Selbsttest:
Wie schnell wirst du ungeduldig in einer Warteschlange? Wie viel Zeit gibst du dem Internet um das Video zu laden, dass du anschauen möchtest? Wie Geduldig bist du mit Menschen, denen du etwas beibringen sollst? Wie lang darf der Vordermann warten bis er auf die grüne Ampel reagiert? Wie viel Zeit verlierst du, wenn jemand im Ort 48 km/h fährt statt 55. Und wieviele Nerven kostet dich das?
In so vielen Bereichen sind wir Ungeduldig...
Ich habe früher ein Armband getragen. Darauf stand: WWJD - > What Would Jesus Do
In Johannes 11,1-45 wird die Geschichte von Lazarus erzählt. Er war ein sehr guter Freund von Jesus als er starb. Jesus hat ihn von den Toten auferweckt. Aber nicht unmittelbar nach seinem Tod. Auch nicht ein, zwei oder drei Tage später... Lazarus war schon 4 Tage tot, als Jesus sich vor sein Grab stellt und ruft: "Lazarus komm heraus!" v. 43
Jesus lässt sich Zeit und nimmt sich auch Zeit für sich. Womit er auch Gottes Wesen widerspiegelt.
Gott hätte die Erde an einem Tag, sogar in einem Augenblick erschaffen können. Doch er hat sich Zeit gelassen. Nach und nach erschafft er die Erde und 'sah, dass es gut war'. Als er sein Werk vollendet hatte schaute er es sich nochmal an und befand es als 'sehr gut'. Und am 7.Tag ruhte er. (Gen 1.2,1-3) Gott hat es nicht nötig zu ruhen und dennoch heiligt er den 7.Tag und gebietet uns zu ruhen.
Gott hat die gesamte Schöpfung auf Wachstum ausgelegt. Auf Reifeprozesse. Ein Kind kommt nicht sprechend aus dem Mutterleib. Zuerst muss es lernen sich zu bewegen, Muskeln aufbauen, koordination lernen und dann kann es damit beginnen sich zu artikulieren.
Ein Baum trägt nicht sofort Früchte. Der Same muss zuerst Halt finden, Wurzeln bilden und als dünner Halm in die Höhe wachsen. Erst dann bildet sich der Stamm aus, der dann Zweige tragen kann an denen sich anschließend zuerst Knospen, dann Blüten und dann Früchte bilden.
Gott hat uns darauf ausgelegt zu wachsen. Es ist nicht natürlich und schon gar nicht selbstverständlich, dass etwas sofort fertig ist, wenn man es begehrt.
So sollten wir uns auch beim Gebet ausrichten. Gott handelt nicht immer sofort und erstrecht nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Wer sind wir, die wir Gott vorschreiben, wann er zu handeln hat? Seine Wege sind unergründlich und wir verstehen sie oft nicht. Und doch können wir uns immer bewusst sein, dass er unser Gebet erhöht und eingreift!
Mir ist auf der Bibelschule etwas wichtig geworden. Trotz der vielen Aufgaben darf man nicht in Stress geraten. Mit der Einstellung: "das müsste jetzt eigentlich schon fertig sein" schafft man weniger und fühlt sich noch mehr gestresst.
Stetig dran bleiben, Fortschritte feiern und Gott dankbar sein auch für Kleinigkeiten. Das ist oft schwierig und hat viel mit Disziplin zu tun. Aber es ist weniger Kraftraubend und deine Beziehung zu Gott wächst mehr und mehr.

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