Samstag, 11. Mai 2019

hoher Besuch



Hey Leute
Diese Woche hat sich von im Bett rumgammeln über ich raff mich trotz Erkältung auf bis zu einem einmaligen Erfolgsgefühl entwickelt...




Zu Beginn der Woche war ich etwas angeschlagen. Etwas Halsweh und vermutlich leicht erhöhte Temperatur haben mich aber nicht davon abgehalten den Feiertag am Montag zu genießen. Wir hatten nämlich diese Woche zwei Feiertage, die mit der Krönung des neuen Königs vergangenen Samstag zusammenhingen.

Aufgrund eines Geburtstages habe ich den Tag allerdings zu einem großen Teil bei einem Pool verbracht und mit den Gemeinde-Kindern, recht wild, im Wasser gespielt.

Im Endeffekt vielleicht nicht die beste Idee... Am darauffolgenden Tag musste ich dann nämlich schon früher von der Arbeit gehen, weil ich die ganze Zeit nur schlapp, lustlos und extrem kaltschweißig war.
An dem Tag habe ich mehr als 4 Liter Wasser getrunken, wovon gefühlt 90% direkt in Schweiß umgewandelt wurde. Am gleichen Tag habe ich mit Joey (Leiter des Rollstuhl-Projektes) besprochen, dass ich den Rest der Woche von Zuhause aus an der Cornerchair-Anleitung arbeiten könnte.
Da aber der Donnerstag schon wieder ein Feiertag war und ich am Freitag auf jeden Fall zum RICD hätte kommen müssen, habe ich entschieden, dass ich für den Mittwoch allein auch nicht Zuhause bleiben brauchte.
Außerdem ging es mir nach einer langen, erholsamen Nacht auch schon wieder blendend.
Und das war auch sehr gut so...

Es gab nämlich noch einige Vorbereitungen zu treffen, für die ich gebraucht wurde.
Die fleißige Olga, unsere neue Waschmaschine, sollte nämlich noch bis Freitag in Gang gebracht werden.

Das hat bis Donnerstag nachmittag gedauert. Am Meisten Zeit haben wir dafür aufgewendet einen Schlitz in den Stahlharten Beton zu schneiden/bohren/stemmen.

In diesem Schlitz konnten wir dann das PVC-Rohr verlegen, das später die Wasserzufuhr für Olga darstellen sollte.

Nachdem wir also Wasserzufuhr und Stromversorgung geregelt hatten, konnten wir uns um den Wasserablauf kümmern. Das 'Abwasser' war nämlich, was uns bisher davon abgehalten hat Olga in Betrieb zu nehmen. Das RICD hat nämlich ein organisches, internes Wasser-recycling System. In diesem System gibt es ein Becken mit Bakterien, welche von unserem heißen Wasser zerstört würden. Darum muss das Wasser von der Waschkammer zuerst in einen Tank gepumpt werden, wo es abkühlt bevor es dem System wieder hinzugefügt werden kann.

Wir haben also den blauen Tank angeschlossen, eine Platte davor montiert um ihn vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, einen Wasserhahn an der Platte montiert und alles abgedichtet.
In der Zwischenzeit haben die restlichen Helfer (alle, die bereit waren Mittwoch nach der Arbeit und Donnerstag) schon Speis angerührt und den Schlitz im Beton und andere Unebenheiten im Boden zugespachtelt.

Nach ein paar letzten Korrektionen an der Elektrik und es war soweit. Olga erwacht zum Leben!

Am Donnerstag Abend hatten wir dann noch Zeit die erforderlichen drei Probeläufe zu machen,

bevor dann am Freitag der deutsche Botschafter mit den Sponsoren der Rollstuhl-Waschmaschine zum Projekt gekommen ist.

Für den ersten Waschgang mit Inhalt haben wir Olga nochmal richtig schön sauber geputzt uns sogar etwas verziert.

 

Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich das noch erleben werde, wie die Olga uns den ersten Rollstuhl wäscht. Es hat auch tatsächlich besser funktioniert, als ich dachte. Der lila Rollstuhl, von den Bildern, hat nur einen 3min Waschgang bekommen. Für härtere Fälle gibt es auch noch ein 5 und 7 Minuten Programm sowie die Möglichkeit die Stühle zu desinfizieren.
Trocken werden die Stühle in der Maschine leider nicht, aber dafür ist hier in Thailand sowieso die Sonne zuständig.

Der deutsche Botschafter war sehr zufrieden mit unserer Arbeit und er sagte es sei ihm eine Ehre die 24.000 €-Maschine mit uns eingeweiht zu haben.





  Ich bin dankbar für jeden Tag an dem ich arbeiten gegangen bin. Ich bin zwar keinen Buchstaben weitergekommen mit der Bauanleitung, aber das Gefühl gebraucht zu werden, praktisch anpacken und ein Projekt zuende bringen zu können war klasse.
    Dankbar bin ich auch für das kurze private Gespräch mit Georg Schmidt (dem Botschafter) kurz bevor er wieder abgereist ist.
    Und ich bin dankbar dafür, dass ich diese Woche nicht so viel Zeit hatte mich zu zerdenken über Deutschland und was ich verpasse.

  Trotzdem sind die Gedanken immer noch da und beschäftigen mich in jeder freien Minute. Das ist manchmal ziemlich anstrengend, aber immer öfter bekomme ich auch eine große Vorfreude und zähle die Tage...
Betet einfach um Kraft und Weisheit für mich, um die richtigen Entscheidungen zu treffen in meinen letzten 39 Tagen.

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